Um die Fragen zu meinem
vorgestern gezeigten 'Designpapier' zu klären, hier mal ein paar Tipps, wie man sich mit Muster- und Bordürenmotiven auf einfache Weise schöne Designpapiere selbst stempeln kann. Mit Holzstempeln ist es etwas schwieriger, da man nicht so genau sieht wohin gestempelt wird und man bekommt ohne Stempelsetzer evtl. keinen ordentlichen Musterverlauf hin. Aber Stempelgummis auf Acrylblöcken sind neben Clearstamps, auch sehr gut für Hintergrundstempeleien geeignet. Wichtig dabei ist, den Gummi dem Muster entsprechend nahe der Konturen auszuschneiden - so, dass man den Verlauf des Musters gut erkennen kann. Als Anfänger macht man am besten erst ein mal ein paar Lockerungsübungen auf Schmierpapier. Auch jeder neue Stempel wird bei mir erst mal zur Probe einige Male nebeneinander abgestempelt - so bekommt man ein Gefühl dafür und sieht auch wie der Musterverlauf am besten zur Geltung kommt und ob der Gummi evtl. noch einmal nachgeschnitten werden muss. Für das folgende 'Designpapier' hab ich
selbstgefärbtes Zeichenpapier in A4 und einen kleinen Bordürenstempel verwendet. Bevor man loslegt, wird erst einmal Schmierpapier untergelegt, da auch über den Rand hinaus gestempelt wird. Dann wird im Stehen gestempelt - so hat man die beste Übersicht ;) Bei fortlaufenden Mustern beginne ich immer in der linken unteren Ecke .. (Bilder zum Vergrößern anklicken)

... und setze einen Abdruck nach dem andern, bis die erste Reihe komplett ist. Die zweite Reihe wird versetzt begonnen. Hat man den Gummi entsprechend zugeschnitten, ist gut zu erkennen, wo angesetzt werden muss - in diesem Beispiel werden dann immer die Pilze über die Blümchen gesetzt. Falls eine Reihe etwas schief gerät, wird das in der nächsten wieder ausgeglichen ;)

So füllt sich nach und nach die ganze Fläche mit einem schönen Muster - dabei wird mal rechts, mal links über den Rand hinaus gestempelt und je nach dem, wie es aufgeht evtl. zum Schluss auch noch obendrüber.

Ein A4 Blatt ist eine ziemlich große Fläche für so einen kleinen Stempel und man hat schon fleißig was zu stempeln. Wichtig: immer schön locker bleiben und nicht krampfhaft versuchen das 100%-ig gleichmäßig hinzubekommen - das wird sowieso nix *g* ... allerdings, wenn man schön lässig und zügig dahinstempelt sind am Ende alle Ungleichmäßigkeiten ungefähr gleichmäßig verteilt und das Gesamtbild passt dann schon - erst recht, wenn's mal verbastelt ist! ;) Und falls ihr denkt, diese Stempelei würde zuviel Zeit in Anspruch nehmen - ehrlich, bis ich von gekauften Designpapieren endlich das Passende rausgesucht habe, dauert es oft länger *g*
Dieses bestempelte Papier hat bis jetzt noch keine Bestimmung - aber könnte evtl. mal ein nettes Geschenktütchen werden oder würde sich z.B. auch gut zum Überziehen einer kleinen Pappbox eignen :)
Hier habe ich eine
Kartenhülle gebastelt. In diesem Fall wurde das Papier erst entsprechend zugeschnitten und vorgefalzt und anschließend bestempelt. Praktisch am Selberstempeln: man kann das Muster, ausgehend von der Mitte in beide Richtungen verlaufen lassen ;)

Natürlich werden nicht alle Muster, wie jetzt diese Bordüre, von links nach rechts gestempelt .. bei anderen Mustern ist es praktischer in Längsreihen zu stempeln, wie hier bei dem Kartenhintergrundpapier mit den
Seerosen-und-Krönchen. Dieses Muster wird aber ebenfalls versetzt gestempelt - auch hier kann man gut erkennen: in den eingebuchteten Stellen kommen zuerst die Krönchen und die werden immer neben eine Seerose abgestempelt ;)

Andere Hintergrundmotive wiederum, können direkt neben- bzw. übereinander abgestempelt werden wie z.B. der
Punktekreise- oder der
Magic Flowers Hintergrund, die man nicht zu versetzen braucht. Bei wieder anderen Mustern, ist es vorteilhaft den Stempel beim Neben- bzw. Übereianderstempeln um 90 oder 180°C zu drehen, wie z.B. bei meinem
Schnörkel (wenn er für komplette Flächen verwendet wird) oder
Elaines Blumenhintergrund - das testet man, wie gesagt, am besten einfach erst mal auf Schmierpapier aus.
Natürlich ist es nicht immer notwendig, die gesamte Fläche zu bestempeln - wenn man sicher weiß, wie ein Karte aufgebaut werden soll und kein fortlaufendes Muster um den ganzen Rand sichtbar sein muss, kann man Stellen, die später verdeckt werden ausparen. Beim
Stempeleinmaleins findet ihr dazu auch eine
Anleitung für selbstgestempelte Kartenhintergründe von Nancy. Wer noch genauer arbeiten möchte, kann einen Stempelsetzer verwenden, so wie es
Andrea auf dem
Scraponomy-Blog anschaulich beschrieben hat.